Narrenkötterl

Wer sich im Wien des 16. und 17. Jahrhunderts daneben benahm und bei Raufhandel, Trunkenheit oder „Unzucht“ ertappt wurde, wurde öffentlich in einen metallenen Käfig namens „Narrenkötterl“ gesperrt und anschließend vom Mob mit Unrat beworfen. Besonders oft erwischte es Prostituierte und junge Mädchen.



Hurensohn

Der Babenberger Herzog Leopold V. ließ nicht mit sich spaßen, was den Gebrauch derber Worte angeht: Wer im 12. Jahrhundert einen anderen einen „Hurensohn“ schimpfte, musste mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.


Füße U-Bahn Terrasse 1050 (c) STADTBEKANNT

Wiener Fuß

Der Wiener Fuß wurde am 17. Februar 1872 durch den Meter abgelöst. Seine Länge entsprach 0,316081 Metern.



Austrian International School of Sex

Junge Männer und Frauen zu perfekten Liebhabern und wahren Könnern im Bett ausbilden – das war das Ziel der Austrian International School of Sex (AISOS). Die stolze Studiengebühr: 1.400,- Euro pro Semester. Die Lehrinhalte: praxis- und hautnah wie nur was. Eigentlich schade, dass der sexy Lehrgang nie real existierte, sondern „nur“ eine geschickt medial verbreitete Protestaktion gegen zu niedrige Pensionen war.



Verjüngungskur

Der Vorarlberger Arzt Eugen Steinach (1861-1944) meinte, mittels Unterbindung des Samenleiters (Sterilisation) den männlichen Alterungsprozess verzögern zu können. Berühmte Patienten dieser „Verjüngungskur“: Der Wiener Psychiater Sigmund Freud und der irische Dichter W. B. Yeats. Auch Hodentransplantationen – unter anderem mit Affenhoden – wurden zu der Zeit gemeinhin als Verjüngungskur beworben.



Isabella von Parma

Kaiser Joseph II. liebte seine Gattin Isabella von Parma. Diese jedoch fühlte sich eher zu ihrem Geschlecht hingezogen und unterhielt eine innige Affäre mit Josephs Schwester Maria Christina. In Liebesbriefen vergötterten sich die Aristokratinnen gegenseitig. So schrieb Isabella an Maria Christina: „Allerliebster Schatz (…) ich küsse dein erzenglisches Arscherl…“ Elegant!



Wiener Sexmuseum

Amsterdam hat drei, Prag und Venedig haben je eines. Die Rede ist von Sexmuseen, also Ausstellungsräumlichkeiten, die sich voll und ganz der Erotik in all ihren Facetten widmen. Auch Wien hatte einmal ein Sexmuseum. Anders als das „Phallusmuseum“ im isländischen Reykjavik, das immer noch geöffnet ist, musste es allerdings 1995 endgültig seine Pforten schließen.



Präservative

Einst bestanden Kondome nicht aus Kautschuk, sondern aus Schafsdärmen oder Fischblasen. Da sie sehr teuer waren, wurden sie immer wieder verwendet – nach gründlicher Wäsche und Trocknung, versteht sich. Das erste Gummi-Kondom erfand übrigens der Amerikaner Charles Goodyear (1800-1860), dem wir auch die Gummi-Autoreifen verdanken. Das Pilotprodukt war dank Längsnaht und rund 2 mm Dicke allerdings eher unbequem.


UNNÜTZES WISSEN